Turtel-Chins Seite



Haltung und Alltag

Auf dieser Seite sind Beobachtungen bei Lani und Heinrich zu finden, wie ihr Tagesablauf ist und wie sie sich untereinander oder auch mir gegenüber verhalten. Dazu gehören Freilauf (Dauer, ...), aber auch Käfigreinigung, ... - halt alles was so täglich passierrn kann.

Tagesablauf allgemein

Da Chinchillas dämmerungs- und nachtaktive Tiere sind, beginnt der Tag also am Abend.
(Hinweis: Die angegebenen Zeiten sind Durchschnittswerte, die jahreszeitlich bedingt um etwa 30-45min schwanken können.)
Ca. 18 Uhr: erste Aktivitäten sind zu beobachten: Heinrich z. B. verläßt sein Schlaflager (Hängehäuschen) und döst noch etwas auf der Quetschetage. Häufig sucht er dann seine Lani auf, die ebenfalls noch schlaftrunken auf einem Brett sitzt. Es folgt eine ausgiebige teils auch gegenseitige Wäsche. Danach wird noch etwas gedöst.
Ca. 19.30 - 20 Uhr: beide sind soweit munter und wollen raus. Entweder sitzen sie dann im unteren Käfigbereich auf dem Treppenabsatz und schauen wartend oder es wird am Gitter genagt. So bald die Käfigtür geöffnet wird, hüpft einer der beiden oder auch beide gleichzeitig raus. Wer als erster rausgeht, hängt von der jeweiligen Tagesform ab.
Dann wird gebadet, das "Revier" nach eventuellen Änderungen/Neuerungen abgesucht, Verstecken gespielt oder auch gerannt mit Sprungeinlagen (über Eck).
Ca. 21.30 Uhr: Siesta/Ruhephase, wo beide nach oben in den Käfig gehen und aneinander gekuschelt dösen.
Ca. 22.15 Uhr: Zweite Aktivitätsphase, wo beide noch mal bis ca. 23 - 23.30 Uhr laufen dürfen. Am Wochenende auch noch bis nach Mitternacht.
Während der Aktivitätsphasen werden Leckerchen und auch Schmuseeinheiten verteilt, oder Käfig gereinigt, oder...
Kurz vor Ende des Auslaufs werden die Futterreserven aufgefüllt. Da beide dann hungrig am Napf sitzen, ist es meistens ein Leichtes, den Käfig zu schließen.
Mitunter gelingt es den beiden jedoch auch, mir ein Schnippchen zu schlagen und nochmal aus dem Käfig zu hüpfen.
Die beiden benehmen sich dann gaaaanz brav, aber nur bis das Licht ausgeschaltet wird und ich ins Bett gegangen bin. Häufig ist dann von nebenan Knuspern, Rascheln, Poltern/Hüpfen etc. zu hören.
Ca. 7.30 - 8 Uhr: Lani ist meistens noch halbwach, Heinrich hat sich dann schon ins Häuschen zum Schlafen zurückgezogen.
Ca. 12 - 13 Uhr: Heinrich steht häufig auf, um einen kleinen Snack zu sich zu nehmen. Lani hat übertags auch häufiger Aktivitätsphasen, wo sie im Käfig rumhüpft.
Tagsüber ist im Käfig immer mal wieder etwas Bewegung, wenn Lani und Heinrich ihre Schlafpositionen und Schlafplätze ändern - mal zusammen im Häuschen, mal Heinrich draußen/Lani drinnen, dann wieder umgekehrt...
Man kann fast sagen - es ist zu fast jeder Tageszeit was im Käfig los...

Käfigreinigung

Die große Käfigreinigung steht bei mir 2-3 mal pro Woche an. Dann wird der Käfig komplett ausgemistet und auch der Auslaufbereich sauber gemacht.
Früher habe ich dies ausschleißlich mit Handfeger und Kehrschaufel gemacht. Mittlerweile benutze ich hauptsächlich einen Akkusauger - damit geht es einfacher, schneller und gründlicher (vor allem die Ritzen).
Das Sandbad wird ebenfalls bei der großen Käfigreinigung mit gesäubert, d. h. Kötel werden ausgesiebt. Urinklumpen nehme ich immer sofort aus dem Sandbad. Den Sand wechsle ich so etwa alle 4 Wochen komplett.
Die Toilettenschalen werden wöchentlich erneuert. Täglich jedoch werden Bretter und Käfigboden von evtl. vorhandenen Urinflecken befreit und zernagte Zweige und Holzspäne entfernt.

Verhalten

Sowohl das Verhalten von Lani als auch das von Heinrich hat sich verändert, seit beide zusammen leben.
Am deutlichsten ist diese Verhaltensänderung jedoch bei Lani zu spüren.
Als sie Anfang April 2008 zu mir kam, war sie total verstört, schreckhaft und sehr scheu. Sie traute kaum, sich zu bewegen.
Wenn sie sich bewegte, war es ein unkontrolliertes, panikartiges Im-Kreis-Rennen, das entweder durch eine falsche/zu schnelle Bewegung oder ein unerwartetes Geräusch ausgelöst wurde.
Die ersten drei Tage im großen Käfig bei Heinrich verbrachte sie ausschließlich im Häuschen. Da sie auch nicht zu fressen schien (Näpfe stehen unten im Käfig), stellte ich ihr einen Napf auf das Brett neben das Häuschen. Der Hunger ließ sie wohl das Angebot annehmen, allerdings nur unter Vorsicht. Ein unerwartetes Geräusch oder eine falsche Bewegung und weg war sie. So bewegten wir uns die erste Woche in Käfignähe ausschließlich in Zeitlupe.
Lani wurde mutiger und suchte auch andere Sitzplätze im Käfig auf. Nach etwa 2 1/2 Wochen traute sie sich das erste Mal aus dem Käfig.
Sie schien Gefallen an der neuen Freiheit zu finden, denn sie hüpfte und sprang immer häufiger, mehr und besser. Dies tat ihr offensichtlich sehr gut, denn sie taute immer weiter auf, wirkte grundsätzlich entspannter und schnüffelte mir nach 3 Wochen bereits neugierig entgegen.
Sie erschrak nicht mehr so oft und auch das panikartige Kreiselaufen blieb weg. Allerdings begann sie nun, Sprintanfälle zu bekommen. Warum sie das tat, ist nicht sicher. Eine Vermutung ist jedoch, daß sie Probleme hatte, all die neuen Eindrücke zu verarbeiten.
Mittlerweile erschrickt sie nicht mehr und auch die Sprintanfälle sind sehr selten geworden. Sie koordiniert und kontrolliert ihre Bewegungen sehr gut und beherrscht mittlerweile richtig tolle, elegante und hohe Sprünge. Aus der schüchternen, scheuen Lani ist eine selbstbewußte, aufgeschlossene und neugierige Dame geworden.

Für Heinrich begann mit Lani's Einzug auch ein neuer Lebensabschnitt. Auch er mußte erst lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Irgendwie schien er ihre Ängstlichkeit zu spüren, denn er versuchte sie abzulenken und verbrachte generell viel Zeit in ihrer Nähe. Irgendwann jedoch hörte er auf, Lani zum Rauskommen bewegen zu wollen und genoß den Auslauf allein. Als Lani auch anfing, mit in den Auslauf zu gehen und dort umher zu springen und zu hüpfen, war er meist schnell wieder im Käfig verschwunden. Er war es einfach nicht gewohnt, daß da noch jemand rumsprang und seine Vorliebe für einen ruhigeren Gang ignorierte.
Als ihm bewußt wurde, daß er jetzt alles - Häuschen, Futter, Auslauf, Mensch, ... - teilen mußte/sollte, wurde er sehr eifersüchtig und futterneidisch. Daß seiner Meinung nach Lani mehr Aufmerksamkeit bekam, machte die Situation noch schwieriger. So zog er sich zurück und begann, die Mitleidstour ("ich armer Chin, mich beachtet keiner mehr!") zu spielen.
So hatte er sich das nicht vorgestellt und er zeigte seinen Unmut bald deutlicher: Im Juli gab es einen heftigen Streit, der immer wieder aufflammte. Seit Mitte August ist jedoch wieder Friede eingekehrt. Die nächste Zeit muß noch zeigen, ob die beiden "ihr Problem" nun geklärt haben, oder ob es an meinem geänderten Verhalten liegt.
Momentan jedenfalls sieht es recht gut aus... und ich hoffe sehr, daß es so bleibt.